PANART ATELIER · 05 / 12

Rundpinsel: mit Druck die Strichbreite verändern

Mit der Spitze kannst du fein ansetzen. Probiere, wie sich die Kontaktfläche bei vorsichtigem Druckwechsel verändert.

DIE TECHNIK VERSTEHEN

Spitze und Bauch erfüllen verschiedene Aufgaben

Die Spitze setzt einen feinen Kontakt. Weiter hinten besitzt der Kopf mehr Volumen und kann entsprechend mehr Farbe tragen. Bei gleichbleibender Haltung kann vorsichtig erhöhter Druck mehr Fasern auf die Fläche bringen und den Strich verbreitern. Der Rundpinsel ist deshalb nicht nur ein Werkzeug für kleine Details. Grössere Ausführungen können zugleich fliessende Linien und zusammenhängende Farbformen anlegen. Im Fleury-Film werden dicke und feine Linien, Verblenden und die Wasseraufnahme grösserer Rundpinsel beschrieben. Wie dein eigener Zug ausfällt, prüfst du mit derselben Farbe auf einem Probestück.

Die Farbfüllung vor dem Zug prüfen

Verteile die Farbe im Kopf, ohne sie bis in die Zwinge zu drücken. Forme den feuchten Kopf behutsam und setze einen Probestrich. Beginnt er mit einer Pfütze, streife überschüssige Flüssigkeit ab. Wird die Linie sofort trocken und unterbrochen, braucht die Mischung mehr Fluss oder der Kopf mehr Farbe. Besonders bei Aquarell solltest du Untergrund und Füllung gemeinsam betrachten: Ein nasses Blatt reagiert anders als ein trockenes, auch wenn du denselben Pinsel verwendest.

Dünn, breit und wieder dünn

Beginne mit wenig Druck und bewege die Hand bereits beim ersten Kontakt. Erhöhe den Druck während des Zuges behutsam, ohne den Kopf stark umzuknicken. Zum Ende hebst du den Kopf wieder an, während die Vorwärtsbewegung weiterläuft. Wenn du zuerst anhältst und dann abhebst, bleibt leichter ein kräftiger Abschluss zurück. Übe die Bewegung in verschiedenen Richtungen. Drehe das Blatt, wenn eine Richtung unnatürlich wirkt. So lernst du den Bewegungsablauf unabhängig von einem fertigen Motiv.

Aus Druckwechseln werden Blätter und Konturen

Ein Zug mit schmalem Anfang, breiterem Mittelteil und feinem Ende kann als einfache Blattform dienen. Zwei leicht gekrümmte Züge lassen eine breitere Blattform entstehen. Mit einer feineren Spitze ergänzt du später Stiel oder Blattader. Übertrage dieselbe Bewegung auf Stofffalten, Locken oder organische Konturen. Dabei muss nicht jede Linie gleich breit sein. Ein bewusst gesetzter Wechsel kann eine Form lebendiger machen. Plane aber, wo die Linie breiter werden soll, statt den Druck zufällig zu verändern.

Die passende Grösse finden

Für einen kleinen Akzent reicht oft eine kleine Ausführung. Für längere flüssige Züge kann ein grösserer Kopf angenehmer sein, auch wenn die Linie mit seiner Spitze fein beginnt. Vergleiche dafür die tatsächlichen Millimeterangaben und deine Strichprobe. Die grösste Grösse ist nicht automatisch die richtige: Auf einem kleinen Format kann ihre Farbmenge schwer zu kontrollieren sein. Wähle den Pinsel, mit dem die benötigte Form in einer ruhigen Bewegung gelingt.

Alle Skizzen zeigen die Form und Bewegungsrichtung schematisch. Die tatsächliche Farbspur hängt auch von Farbe, Untergrund und Feuchtigkeit ab.